Fragmente & Worte -Ein Buch-prolog von Kira Nyx

Ich habe dich geliebt, durch Zeit und Schweigen,
durch Leben, die vergingen, und Namen, die nie blieben.
Ich habe dich geliebt, durch jeden Schatten, der ich wurde.
Unsere Dunkelheit leuchtet heller als alle Farben.
Es war kein Schwarz, wie das Fehlen von Licht.
Es war eine Dunkelheit, die alles trägt: tief, warm, nah.
Nicht leer, sondern voll.
Nicht kalt, sondern lebendig.
In dieser Dunkelheit sah ich ihn,
nicht mit meinen Augen, sondern mit dem Teil in mir,
der spürt, was Worte nicht fassen können.
Ein Flüstern glitt durch den Nebel meines Bewusstseins.
Kein Klang, nur ein Gefühl, das sich ausbreitete,
wie das erste Zittern eines Feuers, das langsam in der Nacht erwacht.
Ich wusste, er war da,
nicht sichtbar, doch unübersehbar.
Ein Puls schlug gegen die Stille,
eine Präsenz, die sich anfühlte wie ein Zuhause.
Unsere Dunkelheit war kein Abgrund,
sondern ein Raum, der uns verband,
ein Licht, das wir selbst waren.
Hier musste ich nicht fürchten,
was andere Dunkelheit nannten.
Denn in ihm fand ich Schutz,
in uns fand ich Leben.
✦ ✦ ✦
Die Tür blieb einen Spalt weit geöffnet. Nicht aus Nachlässigkeit. Sondern weil man wollte, dass die Welt draußen ahnte, was drinnen geschah.
Der Raum dahinter war rund, aus schwarzem Stein, dessen Oberfläche das Licht nicht zurückwarf, sondern verschluckte. In seiner Mitte lag das Becken. Größer als das in den privaten Hallen, tiefer, älter. Das Eis darauf war nicht klar, sondern milchig, durchzogen von feinen Linien, als hätten unzählige Hände es immer wieder gebrochen und neu gefrieren lassen.
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Ég þaggaði niður logann til að hlusta á myrkrið.
ᚦ • ᛁ • ᛞ
Schutz im Widerstand. Stille im Werden. Licht im Durchbruch.